Wahnsinn wie die Zeit vergeht! Meine 14 Wochen waren wie im Flug vorbei und schon wieder sitze ich am Flughafen und warte auf meinen Flug! Diesmal den Rückflug!

Der Abschied fällt mir schwer, zum einen vom Land Kenya und zum anderen von den Menschen die ich hier kennen lernen durfte! Sehr sentimental war der Abschied von den Tumaini Kids! Ich wollte eine kleine “glorreiche” Rede halten, aber bereits nach den ersten Worten hatte ich Tränen in den Augen und einen Kloß im Hals und habe nur noch herausgebracht, dass sie mich alle umarmen sollen und das es mir leid tut, dass ich so sentimental bin. Ich wollte Ihnen eigentlich nicht das Gefühl geben, dass es ein trauriger Anlass ist auf Wiedersehen zu sagen, aber mir sind halt schon alle ans Herz gewachsen und ich bin wahrscheinlich einfach zu sensibel, um in solchen Situationen stark bleiben zu können. 🙂 Erschwerend hinzu kam noch, dass auch einige der Kleinen Tränen in den Augen hatten…

Nach dem mich über 20 Kids umarmt hatten ging es dann wieder besser und ich konnte weitersprechen. Aber was sind die richtigen Worte an so jungen Wesen? Obwohl ich zuvor darüber nach gedacht habe, kamen die Worte dann doch direkt aus meinem Bauchgefühl! Dann richteten die Kids ihre Worte an mich und haben sich für alles bedankt…sie hätten noch nie so einen Freund wie mich gehabt und wie sehr sie mich mögen und wünschten ich könnte bleiben! Die gemeinsame Zeit, die vielen Spiele und natürlich die Ausflüge in den Lake Nakuru Nationalpark und das gemeinsame Schwimmen im Freibad, hätte ihnen mitunter am Meisten bedeutet…

Als dann eine kurze Zeit lang keiner mehr was sagen konnte, meinte Julie ob sie nicht für mich singen möchten und da sind alle aufgestanden und haben für mich zum Abschied gesungen, geklatscht und getanzt und dann war es endgültig um meine Fassung geschehen und ich musste kurz heulen! Auch jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe und daran zurück denke, spüre ich eine Träne im Augenwinkel und ein Lächeln auf den Lippen! Zum Abschluss hat die kleine Mercy noch ein herzerweichendes Gebet für uns alle gesprochen und sich bedankt, dass es ihnen so gut geht, ich zu ihnen geschickt wurde und ihre Eltern im Himmel immer auf sie achten und sie so froh sind, dass sie Julie&Moses (Mum&Dad) haben und auch mich nun zu ihrer Familie zählen können…

Tja, und dann musste ich gehen…habe noch mal alle innig umarmt und tja…was soll ich sagen…es ist auf alle Fälle ein Abschied und Moment der mich sehr bewegt hat!

Auch wenn ich schon vor dem ganzen Projekt genau vor diesem Moment Angst und Respekt hatte, war es trotzdem richtig diesen Schritt zu gehen. Auch wenn ich mir nicht sicher sein kann, ob sich bei den Kids nicht ev. wieder eine Art Gefühl der Verlustangst eingestellt hat, braucht man Freunde im Leben und genau das wollte ich erreichen und will ich sein. Ein Freund, der sie weiterhin unterstützt, den man zwar nicht immer um sich hat aber immer im Herzen trägt. Und ein Abschied der schwer fällt, bedeutet doch nur, dass man sich gern hat und eine tolle Zeit zusammen verbracht hat.

Unsere letzten Highlights waren der Trip in den nahe gelegenen
Lake Nakuru Nationalpark…




Auch haben wir ein Bild mit Fingerfarben gemalt, welches ich noch rahmen habe lassen und das bald als Erinnerung im Waisenhaus hängen wird.



Die Flaggen Kenya und Österreich 🙂


Und ein ganzer Tag im Freibad! 🙂











Zum Abschluss haben wir es auch geschafft ein komplettes Gruppenfoto zu machen, darüber freue ich mich persönlich sehr!


Alles in allem…hatten die Kids und ich eine erlebnisreiche gemeinsame Zeit und diese Erfahrung hat mich persönlich sehr bereichert! Auch die Unterstützung auf welche Weise auch immer und den Zuspruch meiner Freunde, Familie, Chefs und Arbeitskollegen nehme ich als sehr positive Erfahrung in meinem Leben mit.

Meine Firma Wenatex hat sogar einen Bericht von mir auf ihrer Homepage unter der Rubrik “Soziales Engagement” veröffentlicht!

Und jetzt wo ich seit ein paar Stunden wieder “back home” bin, meine Mum mich netterweise überraschend abgeholt hat, ich meinem Ritual und Ruf nach einem (zwei) Leberkäsesemmerl gefolgt bin 😉 und nun wieder in meiner gemütlichen Wohnung sitze, überkommt mich auch das Gefühl, dass ich sehr stolz auf mich selber bin, dass ich tatsächlich alles so und noch viel besser machen und durchziehen konnte, als ich es mir noch vor Jahren und Monaten erträumt und erdacht habe… und das alles gut gegangen und mir nix passiert ist, meine Freunde mich besucht haben, ich neue Freundschaften dazugewonnen habe und sich durch diese 14 Wochen mein Horizont wieder ein wenig erweitern konnte…

Abschiedsgeschenk
Aufgrund der vielen lieben Menschen, die für mein Projekt Sanyes Geld gespendet haben, können wir gemeinsam quasi als Abschiedsgeschenk noch zusätzlich die teuren Schulgebühren für alle Kids und für dieses ganze Jahr übernehmen und das hat Julie&Moses sprachlos gemacht und den riesen Felsbrocken der ihnen in dem Moment vom Herzen gefallen ist, konnte ich quasi hören! Mehr als nur einmal haben sie erwähnt, dass ihnen das sehr, sehr hilft und sie somit eine “Sorge” mal ad acta legen können. Bei dieser Nachricht waren die Augen der beiden wässrig und ich soll mich
in ihrem Namen ganz herzlich bei allen bedanken,
wir haben hier für eine Zeit sehr weitergeholfen und wirklich “etwas Gutes” getan und wie ich schon mal geschrieben habe…hier kommt das Geld zu 100% dort an, wo es gebraucht wird, nämlich bei einer ganz wunderbaren großen Kenianischen Familie mit viel Herz, auch weiterhin! (Das Spendenkonto bleibt bestehen) 🙂

Zum Abschluss und Abschied an alle die mich in dieser Zeit begleitet haben und mein Projekt mitverfolgt haben, sage ich asante sana und … leise servus …. 😉