Und wieder ist eine Woche vorbei, in der ich mich hauptsächlich mit den Kids beschäftigt habe…die Lieblingsbeschäftigung aller ist es eindeutig UNO zu spielen und am Liebsten würde sie es den ganzen Tag machen 🙂 Die Spielesammlung mit Mensch ärgere dich nicht, Halma, Mühle usw. ist auch groß angesagt und natürlich malen, malen, malen…Gestern habe ich dann die Wasserfarben mitgebracht und siehe da, manche kannten das noch gar nicht und haben sehr zögerlich begonnen die Farben zu benutzen. Wiederum sind tolle Bilder entstanden und ein paar der Kids haben echt Talent frei etwas abzumalen, andere lieben dafür das transparente Papier dass ich mitgebracht habe und pausen aus den Büchern diverse Dinge ab und bemalen diese dann. Es ist herrlich zuzusehen, wie konzentriert manche dabei sind und sich auch durch die ganze Hektik die immer wieder rundherum herrscht, nicht durcheinander bringen lassen.


Generell muss ich schon sagen, dass es mir immer wieder auf Reisen auffällt: die “Südländer” haben ein ganz eigenes Empfinden für Lautstärke oder ist es umgekehrt, haben wir “Nordlichter” es immer viel zu ruhig? Meist laufen zwei Fernseher und ein Radio gemeinsam auf volle Tube aufgedreht und dabei wird noch gesungen, gelacht, getrascht und getanzt…auch wenn der Empfang nicht sonderlich gut ist, egal, immer volle Kanne Lautstärke, sodass mir echt manchmal die Ohren sausen 🙂

Toll angekommen, speziell bei den größeren Kids, sind meine Puzzles! Ich habe sehr günstig Puzzlebälle und Puzzlepyramiden erstanden und mitgebracht! Das kannten sie hier so noch überhaupt nicht und waren Anfangs ziemlich überfordert und ratlos, wie das wohl funktionieren soll…aber siehe da…sie haben es gemeinsam geschafft! 🙂


Teamwork wird hier ganz groß geschrieben, jeder hilft jedem, sie passen aufeinander auf und erziehen sich gegenseitig! Natürlich gibt es auch Streit aber zum Unterschied zu den Kinderstreits in meiner Heimat, geht es hier darum, wer Wasser schleppt und wer kocht usw.! Die Situation, dass es im Haus von Tumaini kein Wasser gibt, wäre für uns echt undenkbar…hier gehört es zur Tagesordnung auch vieler anderer Familien im Dorf Njoro! Selbst die Kleinsten gehen schon kilometerweit mit den Wasserkanistern…einmal haben sich die Mädchen 2 Stunden Zeit gelassen, um das so dringend benötigte Nass zu bringen und auf die Frage, wo sie denn solange gewesen sind, dürfte der eigentliche Sonnenschein Mary eine freche Antwort gegeben haben und hat prompt von der Nanny eine heftige Standpauke erhalten (alles natürlich in Kisuaheli). Normalerweise werden die afrikanischen Kinder gegenüber den Erwachsenen nicht frech und es wird getan was angeschafft wird, so hat es mir zumindest Julie erklärt! Ich denke, ich habe da auch generell zu viel Mitleid mit den Kids, da Ihr Schicksal ja schon ein hartes Los ist, andererseits haben sie im Valley of Tumaini eine echt liebevolle Familie gefunden, die sich um sie sorgt und sich kümmert, da gehören solche Streits und Unstimmigkeiten wohl auch mal dazu!


Süß fand ich die Situation, als ich drei Wassermelonen vom Markt mitgebracht habe und die Kids mich fassungslos angesehen haben, WAS du alleine hast drei Melonen getragen? Aber sie selber tragen einen schweren Kanister voller Wasser am Kopf wie man hier auf dem Foto sieht!!! Tja, da nimmt der Klassiker: “ich habe eine Wassermelone getragen”, ganz andere Dimensionen an 🙂

Ein sehr konträres Programm war mein Besuch in einem angesagten Club in der Stadt und ein sonntäglicher Kirchenbesuch 🙂 Alle gehen hier zur Kirche und sind sehr gläubig, im Gegensatz zu den strikt geführten Messen nach Plan die ich noch von Österreich her kenne, werden hier nacheinander die Kinder, die Teenies, die Väter und die Mütter nach vorne geholt um zu singen! Begleitet werden sie dabei von einem Schlagzeug und Trommeln und sie haben sogar ein Mikrophon (damit es ja schön laut ist :-)) … alle sitzen ganz fromm in den Bänken und genießen sichtlich die gemeinsame Zeit in der Kirche. Der Clubbesuch war auch sehr spannend und lustig, ich sage nur: Dirty Dancing wohin man blickt! Sexy zu tanzen ist wohl eine der Leidenschaften der Kenianer und Kenianerinnen und der DJ trohnte hoch oben mit seinem Apple Laptop und spielte eine Tanznummer nach der anderen…zu späterer Stunden dann auch Songs die ich kannte!

Mal wieder und wie sooft, war und bin ich entweder die einzige Weiße oder eine von ganz, ganz wenigen und entsprechend “begehrt”… sobald ich auf der Tanzfläche war, scharrten sich die Leute um mich und wollten mit mir tanzen. Meist komme ich mir sowieso wie ein Star vor, da ich ständig angequatscht und gegrüßt und angeguggt werde 🙂 Es ist immer noch ungewohnt und auch ein wenig einschüchternd, auch wenn ich das von Indien her schon kenne! Aber ich muss sagen, es sind alle irrsinnig herzlich, freundlich und nett und freuen sich einfach nur in mir eine Abwechslung zu sehen und sie freuen sich, speziell die Kinder, mich zu fragen: How are you? 🙂 das habe ich nun schon gefühlte 1.000 mal gehört und beantwortet! Selbst die Tumaini Kids und Julie lachen schon darüber und machen ihre Späße mit mir…How are you Muzungu 🙂 Herrlich aber wie gesagt, auch sehr befremdlich, nach wie vor! Hier ein paar Fotos der Kids vom Dorf wie sie sich über meine Kamera freuen und mir “high five” geben:




Nächste Woche und darauf freue ich mich sehr, kommt meine Travelmate Eva für ein paar Wochen nach Kenia und wir werden zuerst ein paar Tage in Nairobi bleiben und die Stadt erkunden und auch Panairobi besuchen, die Organisation die ich schon seit ein paar Jahren unterstütze (siehe auch www.sanyes.at/Afrika). Allen voran freue ich mich Susi zu besuchen, auch aus Salzburg, die in Nairobi lebt und mit den Straßenkinder und Panairobi hier arbeitet. Ich bin schon sehr gespannt auf deren Arbeit vor Ort. Panairobi versucht den jungen Leuten eine Perspektive zu geben und sie ausbilden zu lassen, damit sie aus den Slums und von der Straße wegkommen können. Ein Projekt dazu kann in folgendem Film “When a bag is more than a bag” (www.vimeo.com/79944107) angesehen werden. Taschen die selber aus recycelten Tetrapaks gemacht und verkauft werden. Sollte also jemand Interesse haben, könnt ihr sehr gerne www.panairobi.net oder auch mich direkt kontaktieren, ich leite eine Anfrage sehr gerne weiter.

Danach kommen Eva und ich wieder hierher ins Rift Valley und werden gemeinsam die wunderschöne Gegend erkunden. Da die Eintritte in die Nationalparks und die Touren denn doch im Verhältnis recht teuer sind, habe ich mit den Ausflügen gewartet und freue mich daher umso mehr, mir auch endlich das Land Kenia selber anzusehen.

Im Übrigen und an alle Österreicher: die Währung hier ist der kenianische “SCHILLING” 🙂 so lustig für mich, da das auch die Währung von Österreich vor dem Euro war und mit der ich aufgewachsen bin…Herrlich, wenn ich frage, wie viele Schilling kostet das…

Generell kann man hier tatsächlich alles kaufen, sogar die leckere Milka Schokolade (was ich auch prompt getan habe) und meine heißgeliebten gesalzenen Lay´s Chips, die es ja leider im Ösiland nicht gibt 🙂

Das Nationalgetränk ist das Tusker Bier und schmeckt sehr lecker… 🙂


In diesem Sinne…Prost 🙂 🙂 🙂